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Freiwillige Vereinbarung zum Schutz rastender Meeresenten

Ende 2015 mehrten sich die Berichte über geplante Befahrensregelungen für die Küstengewässer in Schleswig-Holstein. So gab es z.B. Überlegungen der Nationalparkverwaltungen das Bundesverkehrsministerium aufzufordern, eine Änderung der Verordnung über das Befahren der Bundeswasserstraßen in Nationalparken im Bereich der Nordsee (NPNordSBefV) zu erlassen. Damit soll unter anderem ein grundsätzliches Kiteverbot im Nationalpark Wattenmeer erwirkt werden. Auch an der Ostseeküste gab es Planungen, Befahrensregelungen für zahlreiche NSG wie z.B. Grüner Brink und Krummsteert-Sulsdorfer Wiek auf Fehmarn, den Graswarder in Heiligenhafen, den Sehlendorfer Binnensee und Umgebung oder die Geltinger Birk zu erlassen. Auf Bitte der in Ostholstein ansässigen Betriebe hat sich die EGOH Ende 2015 dem Thema angenommen.

Nach zahlreichen Schreiben an diverse Landes- und Bundespolitiker, Presseberichten und Arbeitsgruppentreffen konnten die verhärteten Fronten aufgeweicht und Bewegung in das Thema gebracht werden.

Am 15.03.2016 traf sich Umweltminister Dr. Habeck mit den Vertreter der Kitesegler in Heiligenhafen um die Positionen auszutauschen und eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Vereinbart wurde die Gründung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung einer Freiwilligen Vereinbarung zum „Schutz von rastenden Meeresvögeln in den Europäischen Vogelschutzgebieten der Ostsee“. Nach zahlreichen Treffen wurde diese Vereinbarung am 15.09.16 von Minister Dr. Habeck und dem DSV unterzeichnet.

Erstmalig erkennt damit das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MELUR), vertreten durch Minister Dr. Robert Habeck, an, dass die Ausübung der Segelsportarten (Segeln, Windsurfen und Kitesurfen) unter Beachtung der „Zehn Regeln für das Verhalten von Wassersportlern in der Natur“ im Regelfall zu keiner erheblichen Verschlechterung des Erhaltungszustandes der Europäischen Vogelschutzgebiete des Schleswig-Holsteinischen Küstenmeeres der Ostsee führt.

Im Gegenzug werden die Mitglieder der unterzeichnenden Verbände angehalten zum Schutz von rastenden Meeresvögeln definierte Bereiche im Zeitraum vom 16. November bis 01. März zu meiden, wenn das Ostseeinformationszentrum Eckernförde ein lokal gehäuftes Auftreten von aktiv nach Nahrung suchenden oder rastenden Meeresvögeln in diesen Gebieten festgestellt und eine entsprechende Warnung herausgegeben hat.

Mit der Freiwilligen Vereinbarung findet die Veranstaltung vom 15.03.16 in Heiligenhafen zum Kitesurfen einen krönenden Abschluss. Die Stigmatisierung des Kitesurfens ist vom Tisch. Die künftigen Regelungen betreffen alle Wassersportler gleichermaßen. Eine elementare Forderung der Kiteszene wurde damit erfüllt.

Ihr Ansprechpartner:

Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH
Koordination Wasserwirtschaft
Jens Meyer

Tel. +49 (0)4521. 808 804
Fax: +49 (0)4521. 808 11
eMail: meyer@egoh.de